Chantal Maquet : dat huet jo näischt mat mir ze dinn [bis zum 11. April 2021 Galerie Nei Liicht, Dudelange]

dat huet jo näischt mat mir ze dinn

bis zum 11. April 2021
Galerie Nei Liicht, Dudelange

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunst,

meistens schaffe ich es diesen Newsletter zu schreiben bevor eine Ausstellung eröffnet. Diesmal war die Zeit davor aber so intensiv, dass mir das nicht mehr gelingen wollte. Zum Glück ist die Ausstellung noch bis Anfang April zu sehen.
Diese Woche bin ich auch selbst noch in Luxemburg. Und sicher heute, Freitag und Samstag in der Ausstellung zu treffen.

Vor über drei Jahren habe ich begonnen zum Thema zu recherchieren. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass mein Vater im Belgisch-Kongo geboren ist und es eine Fülle an Bildmaterial aus dieser Zeit gibt. Damit wollte ich arbeiten. Und ahnte noch nicht, dass dabei eine Ausstellung entsteht, in der ich koloniale Strukturen beleuchte und den Bogen bis zum heutigen Alltagsrassismus in Luxemburg spanne.

Dr. Franziska Storch, die ich aus dem Saloon Hamburg kenne (dem Netzwerk für Frauen in der Kunstszene), hat den Begleittext geschrieben und war mir auch zwischendurch (und auf den letzten Metern) immer wieder ein wertvolles Gesprächsgegenüber. Ihr Text ist auf der Seite der Galerie Nei Liicht zu lesen.

In der Ausstellung zeige ich Malerei, unter anderem ein 13,3m langes Panoramabild, das in der Ausstellung die Rolle der Verortung übernimmt und die Besucher*innen mit in den Katanga nimmt.
In dem 15-minutigen Video kann man meinen Gedankengängen zum Thema lauschen. Und Apropos Lauschen: in einem Raum präsentiere ich eine interaktive Audio-Installation in der ich von Rassismus betroffene Menschen berichten lasse. Dabei erzählen sie nur, wenn man sich selbst bewegt. Bleibt man stehen, verstummen sie und im leeren Raum ist ein sporadisches Lachen zu hören.
(Diese Audioarbeit ist meine erste Zusammenarbeit mit Tom Hensel. Bereits im Mai werden wir in Hamburg die Fortführung dessen präsentieren.) In Dudelange gibt es noch weitere neue Arbeiten zu entdecken. Formen die bislang nicht zu meinem Repertoire gehört haben. Aber ich möchte in diesem Newsletter auch nicht alles verraten.

Die Journalistin Isabel Spigarelli von der luxemburgischen Wochenzeitung woxx hat mich für einen Kultur-Podcast vor’s Mikrofon bekommen. Unser Gespräch kann man bereits nachhören.

Während meiner Arbeit zu dieser Ausstellung habe ich immer wieder Gesprächspartner*innen gesucht. Meine innere Kritikerin kann recht unangenehme Fragen stellen und neben den oben bereits genannten, ist es mir ein Anliegen mich bei folgenden Personen zu bedanken. Sie halfen mir dabei immer wieder klar zu sehen, warum es wichtig ist, diese Arbeit zu machen.
Zuerst danke ich Antónia und Aldina Ganeto vom finkapé, die mich unterstützt haben und bei der Suche nach meinen eigenen blinden Flecken halfen.
Régis Moes, der seine Diplomarbeit über die luxemburgische Gemeinschaft im Belgisch-Kongo geschrieben hat, nahm sich die Zeit sich mit mir zu treffen und über die Vergangenheit zu reden..
Meine KollegInnen Dorothee Daphi und Willie Schumann setzten sich in Hamburg mit mir zusammen und gaben mir wertvolles Feedback zu meinem Film.
Ohne die Hilfe von Fränz, Romano und Boris wäre der Ausstellungsaufbau wohl um ein vielfaches anstrengender und stressiger geworden.
Marlène Kreins gilt mein Dank für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen, das sie mir auch besonders in den Momenten zeigte, in denen ich das Gefühl hatte, mich verlaufen zu haben.
Nicht zuletzt bedanke ich mich beim Ministère de la Culture. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, die Ausstellung in dieser Form aufzubauen.

Ich freue mich auf viele weitere Gespräche und Diskussionen in der Ausstellung. Und wenn ich gerade selbst nicht anwesend bin, gibt es ein Gästebuch in dem man mir Nachrichten hinterlassen kann.

Freundliche Grüßen,
Chantal Maquet

Fotos der Ausstellung: © Mike Zenari